Der Franziszeische Kataster

 

Der Franziszeische Kataster in Österreichisch Schlesien (1824–1871)

Edition, Digitalisierung, Analyse

Teil 3 des Langzeit-Editionsprojekts zum Franziszeischen Kataster (Teil 1: Bukowina, Teil 2: Kärnten)

FWF-Projekt Nr. P30396

Projekthomepage: http://www.franziszeischerkataster.at

Laufzeit: 2018–2021

Projektleitung: Univ.-Prof. Mag.Dr. Kurt Scharr, Leopold-Franzens Universität Innsbruck

 

Der Franziszeische Kataster war der erfolgreiche Versuch, die – sich um 1800 von der Ständegesellschaft zur Nationalgesellschaft wandelnden – Länder Mitteleuropas zu einem einheitlichen Rechtsraum im Hinblick auf Bodenbewertung und Steuerwesen zusammenzufassen. Es handelt sich um eine der bedeutendsten und persistenten, bis heute sichtbaren Leistungen der Habsburgermonarchie für einen wesentlichen Teil Mitteleuropas. Neben den kunstvoll ausgefertigten Mappenblättern brachte die Anlegung des Katasters einen überaus vielfältigen Quellenkorpus hervor, der für verschiedenste historische Fragestellungen ausgewertet werden kann. Als wesentlicher Beitrag zur Entstehung eines zentralstaatlichen Großwirtschaftsraumes war die Franziszeische Landesaufnahme ein grundlegenderBaustein zur Gestaltung einer wirtschaftlichen und administrativenGroßregion. In Übereinstimmung mit der neueren vergleichenden europäischen Forschung wird der Kataster als Meilensteindes modernen Staatswesens interpretiert.Das laufende Projekt mit Schwerpunkt auf dem Kronland Österreichisch-Schlesien versteht sich als Fortsetzung eines Langzeit-Editionsprojekts, das 2008 mit Pilotstudien über Kärnten und die Bukowina erfolgreich angestoßen wurde. Unter Zugrundelegung einer erprobten methodischen Analyse wird der Franziszeische Kataster dieses ehemaligen Kronlandes (heute zwischen der tschechischen und polnischen Republik aufgeteilt) in Form einer Quellenedition auf breiter sozial-, wirtschafts- sowie gesellschaftsgeschichtlicher Basis erstmals systematisch aufbereitet underschlossen. Die digital publizierten Ergebnisse werden über die Projekthomepage frei und kostenlos zugänglich sein.